Malen, nicht abmalen und kein (Foto)realismus

Nebenbilder

Der stetig wachsende Fundus an fotografischen Dokumenten aus der Vergangenheit ist Ausgangsmaterial für das  gemalte  Bild. Diese meist vergessenen und unwichtig gewordenen Ereignisse und die davon gemachten Fotografien sind durch den zeitlichen Abstand noch bedeutungsloser geworden. Sie erklären nichts.
Der Abbildcharakter der Fotografie verführt zur Annahme, dass durch diese auf das Eigentliche , das Ding zurückgeschlossen werden kann. Die ausgewählten Bildvorlagen entziehen sich dieser Rückführung, da sie sich in Räumen befinden, die nicht mehr ergänzt werden können. Trotz der Genauigkeit des Dargestellten bleibt die Leere des Nicht- Verstehen- Könnens. Durch das Schwarz- Weiss verstärkt sich die Distanz zum Bildobjekt und zum Bildmotiv zusätzlich.
Der Abbildcharakter der Fotografie ist malerisch nutzbar als Simulationshilfe des Als-Ob: Das gemalte Bild simuliert die scheindokumentarische Wirklichkeit der Fotografie mit dem dazu untauglichen Mittel der Malerei. Das aufgetragene Weiss wird Schnee in der gemalten fotografischen Vorstellung. Die Malerei stolpert über die Fotografie und umgekehrt.

Das Gemalte, die Malerei und das Dargestellte, sind generell unwichtig, nebensächlich und bedeutungslos.  Die materialspezifischen Bedingungen und Beschränkungen  des Bildermalens sind akzeptiert. Malen ist einfach, direkt &  gewöhnlich. Die Auswahl der Vorlage ist immer zufällig, vage und unbestimmt. Ortungen und Definitionen werden kategorisch vermieden. Die einzig mögliche Haltung, ein Bild zu malen.
Der Rückzug aus der malerischen Aktion und dem bildnerischen Diskurs ist Absicht. Es entsteht nichts Weiteres als neue Bildschichtungen/Ablagerungen.

Paint, not depict and no Photorealism

Auxilliary Picture

In this world of continuously rising Fundus of photographic images, and to be precise those belonging to the past, the cause of painting undifferentiated images is nonetheless a courageous act.These old photographic documentations are mostly forgotten and seems to be trivial antics for most of us. And because of its detachment in terms of time, these images apparently became more meaningless.Hence, painting meaningless images out of meaningless pictures is a must.

The image portrayal of any given photographic picture entice us to believe, that the portrayal is real. The repertory of pictures is chosen by coincidence. On the other hand, the chosen fragments i use for my painting don’t show this reality simulation, even if I use it primarily to show the factual reality of the painted image. For example, the painting devices like lead white (oil paint) simulates snow on the painted image. It looks absolutely vivid and real. Hence it can’t suffice the meaning of the work.

One can say, painting stumbles into photography and conversely as well.Despite the precision in the technical execution of the painted image, all that is left after viewing it is emptiness and misunderstanding.

The Art, the painted image and the portrayal is in general of inconsequential nature.The imposed restrictions with regards to painting devices are wholly accepted.Painting per se is an endogenous endeavour, hence it is simple.

Today, the only respectable bearing is that of painting.

Das Portrait

Das gemalte Portrait ist Bilanz und Bestandesaufnahme. Nicht die eines kurzen Momentes, wie bei der Fotografie, sondern die einer Zeit. Solch ein Portrait basiert nicht nur auf fotografischen Vorlagen, sondern auch aus der Beobachtung und der Auseinandersetzung mit dem zu Portaitierenden. Es geht um Selbst- und Fremdwahrnehmung. Ein solches Portrait ist nicht nur Gegenwart, sondern es wirkt auch nach vorne als Rückblick auf eine geronnene Zeit. Das Portrait ist nicht auf Representanz angelegt sondern auf Präsenz der Person.


The Portrait

The painted Portrait is concurrently an evaluation and a record of one’s self. It is not a record of a moment, but one from a particular phase in life. Such a portrait is not based from a photographic template. It is generated out of keen observations and analytical invovement with the subject of the Portrait. Furthermore, it’s about introspection, external perception and last but not least a retrospection of a time past. Finally, the Portrait doesn’t signify representation but the actual presence of the person involved.

 

Geburtsdatum. 8. 6. 1958

1975-80 Schule für Gestaltung, Biel 1990 Kuratoriumsbeitrag, Kt. Aargau 1991 Kuratoriumsbeitrag, Kt. Aargau 1994 Galerie Staffelbach, Lenzburg mit Hugo Suter 1995 Galerie Ist, Burgdorf 2011 Jahresaustellung Kt. Solothurn Ankauf Kanton